Ferry Routes

Welche Faktoren bestimmen den Preis?

Frachtfähren rechnen nicht pro Ticket, sondern nach Stellplatz ab – meist je Lademeter. Diese Faktoren entscheiden über den Endpreis:

  • Fahrzeuglänge: Der Tarif steigt mit jedem Lademeter. Überlänge (z. B. Hängerzug oder Sondertransport) kostet spürbar mehr als ein Standard-Sattelzug mit 16,5 Metern.
  • Gewicht und Achszahl: Schwere oder mehrachsige Fahrzeuge können auf einzelnen Routen Zuschläge auslösen.
  • Begleitet oder unbegleitet: Unbegleitete Trailer (ohne Zugmaschine und Fahrer) sind pro Einheit oft günstiger als begleitete Transporte.
  • Gefahrgut (ADR): ADR-Ladung erfordert Anmeldung und wird mit Zuschlag berechnet; einzelne Abfahrten nehmen nur begrenzte Mengen mit.
  • Saison und Auslastung: In Hochlast-Zeiten und auf stark gebuchten Abfahrten liegen die Raten höher.
  • Buchungszeitpunkt: Frühzeitige Buchung sichert Kontingente und bessere Konditionen; kurzfristige Buchungen zahlen häufig Tagespreise.
  • Zuschläge: Bunker-/Treibstoffzuschlag (BAF), EU-Emissionshandel (ETS) und Hafenentgelte kommen auf vielen Routen zum Grundpreis hinzu.
  • Fahrer an Bord: Kabine und Verpflegung für den Fahrer sind je nach Reederei inklusive oder werden separat berechnet.

Richtwerte nach Streckenklasse

StreckenklasseBeispiel-RoutenRichtwert pro Strecke*
Kurzstrecke (unter 3 Stunden)Calais–Dover, Puttgarden–Rødbyab ca. 150 €, typisch 200–400 €
Mittelstrecke (3–12 Stunden)Rostock–Trelleborg, Świnoujście–Trelleborg, Travemünde–Malmöab ca. 300 €, typisch 400–800 €
Langstrecke (über 12 Stunden)Kiel–Göteborg, Travemünde–Helsinki, Genua–Palermo, Spanien–Balearenab ca. 700 €, typisch 900–2.000 €

* Richtwerte für einen begleiteten Standard-Sattelzug (ca. 16,5 m), einfache Fahrt, Stand August 2026 – keine Preiszusage. Tagesaktuelle Raten weichen je nach Auslastung, Saison und Zuschlägen ab; verbindlich ist allein das individuelle Angebot.

Treibstoff- und Emissionszuschläge (BAF & ETS) im Detail

Die meisten Reedereien veröffentlichen ihre Treibstoffzuschläge (BAF) und die Umlage für den EU-Emissionshandel (ETS) separat und passen sie monatlich an – abgerechnet wird je Lademeter oder pauschal pro Fahrzeug. Die Größenordnungen unterscheiden sich deutlich nach Fahrgebiet:

FahrgebietBeispiel-RoutenTypischer BAF+ETS-Zuschlag**
OstseePuttgarden–Rødby, Travemünde–Trelleborg, Kiel–Osloca. 1–15 € pro Lademeter
NordseeRotterdam–Harwich, IJmuiden–Newcastle, Hull–Rotterdamca. 4–13 € pro Lademeter, für lange Einheiten teils deutlich mehr
ÄrmelkanalCalais–Dover, Dünkirchen–Doverpauschal ca. 25–70 € pro Fahrzeug
Adria / MittelmeerAncona–Patras, Bari–Igoumenitsaca. 18–40 € pro Lademeter

** Größenordnungen laut veröffentlichten Zuschlagstabellen der Reedereien, Stand August 2026 – monatlich neu festgelegt, keine Preiszusage.

Für einen Standard-Sattelzug mit 16,5 Metern bedeuten schon 10 € pro Lademeter rund 165 € Zuschlag pro Überfahrt – zusätzlich zum Grundpreis. Weil BAF und ETS monatlich neu berechnet werden, ändern sich Frachtraten laufend, selbst auf derselben Route.

Begleitet oder unbegleitet – was ist günstiger?

Beim begleiteten Transport fährt die komplette Einheit aus Zugmaschine und Auflieger mit dem Fahrer an Bord; Kabine und Verpflegung sind je nach Reederei im Preis enthalten. Der Vorteil: Nach der Ankunft geht die Fahrt ohne Umschlag direkt weiter.

Ein unbegleiteter Trailer belegt weniger Platz an Bord und ist pro Einheit gerade auf langen Routen oft spürbar günstiger. Dafür braucht es an beiden Häfen eine Zugmaschine für Vor- und Nachlauf – die Rechnung lohnt sich deshalb vor allem bei regelmäßigen Verkehren mit eingespielter Logistik auf beiden Seiten.

Warum gibt es Frachtpreise meist nur auf Anfrage?

Im Frachtgeschäft veröffentlichen Reedereien in der Regel keine Preislisten: Die Raten werden je Abfahrt aus Auslastung, Kontingenten und tagesaktuellen Zuschlägen wie Treibstoff (BAF) und Emissionshandel (ETS) kalkuliert. Buchungsportale zeigen für LKW deshalb häufig „Preis auf Anfrage" statt fester Beträge.

Speditionen und Verlader mit regelmäßigen Verkehren erhalten zudem verhandelte B2B-Konditionen und Rahmenverträge, die deutlich von Einzelbuchungspreisen abweichen können. Eine konkrete Anfrage mit Strecke, Fahrzeugmaßen und Termin ist darum der schnellste Weg zu einem belastbaren Preis.

Warum sich die Fähre trotz Ticketpreis rechnen kann

Der richtige Vergleich ist nie „Fährpreis gegen null", sondern die Gesamtroute: Die Überfahrt ersetzt Straßenkilometer – und damit Maut, Diesel, Fahrzeugverschleiß und Arbeitszeit. Auf vielen Relationen, etwa nach Skandinavien, Großbritannien oder Süditalien, ist die Kombination aus Straße und Fähre unterm Strich günstiger als die reine Landroute.

Hinzu kommen die Lenk- und Ruhezeiten: Auf Nachtfähren kann der Fahrer die vorgeschriebene Ruhezeit je nach Konstellation in der Kabine an Bord verbringen. Die Ware ist am Morgen hunderte Kilometer weiter, ohne dass Lenkzeit verbraucht wurde – ein Kostenvorteil, der in keinem Ticketpreis auftaucht.

So senken Sie Ihre Fährkosten

  • Früh buchen: Gerade auf Kurzstrecken wie dem Ärmelkanal gelten dynamische Preise – wer früh bucht, sichert Kontingente unterhalb der Tagespreise.
  • Flexibel bei der Abfahrt: Überfahrten in der Wochenmitte und zu Randzeiten sind meist günstiger als Wochenend- und Stoßzeiten-Abfahrten.
  • Alternativrouten prüfen: Ein Ausweichhafen – etwa Dünkirchen statt Calais oder ein anderer Ostseehafen – bringt oft bessere Raten bei ähnlicher Fahrzeit.
  • Volumen bündeln: Bei regelmäßigen Verkehren lohnen sich verhandelte Rahmenkonditionen – genau dabei unterstützen wir Sie mit unseren Reederei-Kontakten.

Routen nach Zielland

Alle Verbindungen mit Häfen und Reedereien finden Sie auf den Länderseiten:

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